Google testet offenbar eine neue Methode zur Verifizierung von Google Unternehmensprofilen: Nutzer sollen dafür ein Foto eines amtlichen Ausweises hochladen können. Ein Experte für lokale Suche entdeckte die Option vor etwa zwei Wochen in seinem eigenen Konto und veröffentlichte einen Screenshot im Forum. Am 20. Oktober 2026 berichtete auch ein internationales Medium aus der Suchbranche darüber. Nun ist die Frage, ob die Methode als neue Möglichkeit neben Telefon oder SMS, E-Mail, Live-Videoanruf und Post hinzukommt.
Die Verifizierung als Zugangsschranke für Geschäfte auf der Karte
Geschäftsinformationen, die in Google Maps oder in den Suchergebnissen angezeigt werden, lassen sich über das Google Unternehmensprofil verwalten. Dort können Inhaber Öffnungszeiten und Fotos bearbeiten und auf Rezensionen antworten. Wer das Profil verwalten kann, hat damit auch das „Gesicht“ des Geschäfts in der Hand.
Der Zugang dazu ist die Verifizierung. Bislang gab es dafür mehrere Wege, etwa einen Code per Telefon, eine E-Mail, einen Videoanruf oder eine Postkarte. Nun könnte die Möglichkeit hinzukommen, ein Ausweisfoto einzureichen.
Entdeckt hat die Option der Local-Search-Experte Digital Jedi. Im Forum schrieb er, dass ihm auf dem Verifizierungsbildschirm zwar schon ungewöhnliche Optionen begegnet seien, diese jedoch zum ersten Mal.
Was auf dem gemeldeten Bildschirm stand
Auf dem veröffentlichten Screenshot war eine Überschrift zu sehen, die sinngemäß „Identitätsnachweis einreichen“ lautete. Nutzer wurden aufgefordert, ein Foto eines amtlichen Ausweises hochzuladen. Dazu stand der Hinweis, dass der Ausweis ausschließlich zur Überprüfung verwendet und nicht öffentlich angezeigt werde.
In den Google-Hilfedokumenten sind derzeit vier Verifizierungsmethoden aufgeführt: Telefon oder SMS, E-Mail, Live-Videoanruf und Post. Die neue Methode ist dort nicht erwähnt und wurde bislang lediglich im Rahmen eines Tests gesichtet. Eine Einführung für alle Nutzer ist noch nicht beschlossen.
Belegt ein Ausweis auch die Verbindung zum Geschäft?
Die Frage des Entdeckers trifft den Kern der Sache: Ein amtlicher Ausweis kann belegen, dass eine Person existiert, aber nicht, dass sie dieses Geschäft vertritt.
Wer etwa ein Foto seines Führerscheins schickt, weist damit weder den Namen noch die Adresse oder die Tätigkeit des Geschäfts nach – auf dem Führerschein stehen diese Angaben nicht. Die Identität einer Person zu bestätigen und ihre Berechtigung als Geschäftsinhaber zu prüfen, sind zwei unterschiedliche Dinge. Postkarten werden schon lange für die Verifizierung genutzt, weil sie an die Geschäftsadresse zugestellt werden und so die Verbindung zum Standort belegen können.
In dieser Hinsicht könnte die Ausweismethode dazu dienen, abzusichern, wer den Antrag stellt. Um die Verbindung zum Unternehmen zu prüfen, dürften jedoch zusätzliche Informationen nötig sein.
Eine Methode speziell für bestimmte Berufsgruppen?
Der Autor des Artikels vermutet, dass es sich um eine Option für Google Local Services Ads handeln könnte, mit der die Qualifikationen bestimmter Berufsgruppen überprüft werden. Über diese Anzeigen können lokale Dienstleister wie Klempner oder Schlüsseldienste für ihre Leistungen werben. Da das Vertrauen der Kunden in diesen Bereichen unmittelbar entscheidend ist, könnte eine Überprüfung der Identität einzelner Anbieter gut dazu passen.
Sollte diese Einschätzung zutreffen, wäre die Entwicklung weniger als Änderung der Verifizierung für Geschäfte allgemein zu verstehen, sondern eher als Fortsetzung der Identitätsprüfung für Dienstleistungsbetriebe.
Mehr Auswahl ist praktisch – doch nicht jeder möchte einen Ausweis einreichen
Mehr Verifizierungsoptionen würden Unternehmen entgegenkommen, deren Inhaber etwa nicht ans Telefon gehen können oder keine Postkarte erhalten. Gleichzeitig sind viele Menschen zurückhaltend, wenn sie ein Ausweisfoto einem privaten Unternehmen überlassen sollen. Auf dem Bildschirm steht zwar ausdrücklich, dass der Ausweis nicht öffentlich angezeigt wird. Ob die Nutzer sich damit sicher fühlen, dürfte aber davon abhängen, wie sorgfältig Google die Hintergründe erklärt.
Nutzer dürften wissen wollen, in welchen Regionen und Branchen die Methode verfügbar ist, welche Ausweise akzeptiert werden, wie die Verbindung zum Unternehmen geprüft wird und wie lange die Daten gespeichert bleiben. Sollte die Methode offiziell eingeführt werden, wird entscheidend sein, ob Google diese Fragen in einer offiziellen Mitteilung oder in den Hilfedokumenten klärt.
Wer ein Geschäft betreibt, kann sich vorsorglich darauf einstellen, einen Ausweis griffbereit zu haben, und die Kontaktangaben für die Verifizierung ordnen. Sobald die Hilfedokumente ergänzt werden, dürfte die Rolle der neuen Methode klarer werden.


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